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Aktuelles

2. Internationaler Workshop zur linearen Beschreibung beim Warmblutpferd

Die lineare Beschreibung zählt derzeit ohne Zweifel zu den top-aktuellen Themen in der Reitpferdezucht. Nachdem es jahrelang nur wenige Verbände gab, die dieses bei anderen Tierarten etablierte Verfahren der Datenerfassung nutzten, haben Linearmerkmale des Exterieurs und der Leistung mittlerweile ihren Platz in der Reitpferdezucht gefunden: Es gibt kaum einen Verband, der nicht zumindest erste Pilotversuche mit der linearen Beschreibung durchgeführt hätte; die Erstellung von Linearprofilen als wertvolle Ergänzung zur traditionellen Wertnotenvergabe wird von verschiedenen Zuchtverbänden erfolgreich praktiziert und von den Züchtern auch entsprechend wertgeschätzt. Und auch die weiterführende Nutzung der Lineardaten zur Stärkung der Zuchtprogramme wird zunehmend ein Thema.

Am 11. / 12. Februar 2016 bot sich nun in Warendorf die Möglichkeiten zur Knüpfung neuer und Vertiefung bestehender Kontakte, zum fachlichen Austausch und zur Diskussion, wie gewissen Herausforderungen bei der Etablierung der linearen Beschreibung in der Praxis und der Einführung neuer Routineanwendungen auf der Basis von Lineardaten begegnet werden kann. Dieses Angebot fand regen Zuspruch, und letztlich konnten Teilnehmer aus neun Ländern wertvolle Hinweise für ihre tägliche Arbeit erhalten. Nicht zuletzt dank der idealen Bedingungen für eine Mischung aus Theorie und Praxis im Landgestüt Warendorf ist es gelungen, mit der Veranstaltung den Dialog zwischen Vertretern aus Wissenschaft und Praxis über Länder- und Verbandsgrenzen hinweg zu fördern. Die Wichtigkeit und der große Nutzen des Informations- und Erfahrungsaustausches wurde allen deutlich vor Augen geführt - das Programm des Workshops gab hierzu reichlich Gelegenheit.
Sehr positive Resonanz riefen dabei nicht nur die Referenten mit ihren interessanten Vorträgen hervor, sondern auch die Möglichkeit, einige wesentliche Punkte rund um die Implementierung der linearen Beschreibung am zweiten Tag noch einmal vertiefend in der Gruppe zu diskutieren (siehe auch Stichpunkte für Diskussion).

Als wesentliches Fazit des Workshops ergab sich, dass der hohe Wert der linearen Beschreibung für die Pferdezucht nur durch umsichtiges und abgestimmtes Vorgehen von der Merkmalsdefinition bis hin zur Ergebnisveröffentlichung zu sichern ist und insbesondere regelmäßigen Schulungs- und Trainingseinheiten der Erfasser enorme Bedeutung zukommt. Letztere sollen dementsprechend den thematischen Schwerpunkt des nächsten Treffens im Rahmen der Veranstaltungsreihe bilden, das voraussichtlich im Februar 2017 stattfinden wird.

Zuchtverband-Umfrage 2015: Teilnahme weiterhin möglich

Vor mehr als 10 Jahren wurde eine Umfrage zu den Zuchtzielen und Zuchtprogrammen der Sportpferde-Zuchtverbände durchgeführt. Deren Ergebnisse wurden unter dem Titel 'An overview of breeding objectives for warmblood sport horses' in der Zeitschrift Livestock Production Science veröffentlicht (Koenen, Aldridge and Philipsson, 2004) und seitdem unzählige Male zitiert, wenn es um die Einordnung der Sportpferdezucht ging.
Doch in der Zwischenzeit hat sich die Zuchtlandschaft enorm verändert: Alle, diemit Pferden zu tun haben, bekamen die Folgen der Finanzkrise überdeutlich zu spüren; andererseits bieten sich mit neuen Techniken und durch die rasanten Fortschritte in der Wissenschaft heute Möglichkeiten in der Zucht, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren.

Es schien daher an der Zeit, die vorgenannte Studie in überarbeiteter Form zu wiederholen und so die Übersicht über das weltweite Geschehen in der Sportpferdezucht zu aktualisieren. Getragen wurde diese Initiative von der Interstallion-Arbeitsgruppe der Pferdekommission der Europäischen Vereinigung für Tierproduktion (EVP).
Die Versendung der Fragebögen erfolgte im Sommer 2015, so dass erste Ergebnisse bereits bei der 66. Jahrestagung der EVT in Warschau vorgestellt werden konnten (siehe EAAP 2015 Vortrag S44-7).

Um nun die Aussagekraft weiter zu erhöhen und die weltweite Situation und Entwicklung der Sportpferdezucht besser abbilden zu können, wird die Datenerfassung fortgesetzt. Je mehr Antworten eingehen, desto aussagekräftiger und hilfreicher können die Ergebnisse ausfallen. Wir möchten daher nochmals alle Zuchtverbände darum bitten, ein wenig Zeit zu investieren - voller Zuversicht, dass es sich hierbei um eine gute Investition handelt! Natürlich hoffen wir, zu möglichst vielen der 22 Fragen Rückmeldungen zu erhalten. Wenn aber die Beantwortung einzelner Fragen Probleme bereitet, steht es jedem Umfrageteilnehmer frei, um Unterstützung zu bitten und hierfür zum Ansprechpartner für die Studie Kontakt aufzunehmen oder gegebenenfalls auch die Frage zu überspringen.
Wir freuen uns über alle Antworten von Zuchtverbandsvertretern (Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ausschließlich Antworten dieser speziellen Zielgruppe berücksichtigt werden können) und werden diese gerne in die zusammenfassenden Statistiken einbeziehen, die die Grundlage für eine wissenschaftliche Veröffentlichung bilden sollen.

Bitte übermitteln Sie Ihren ausgefüllten Fragebogen bis spätestens 14. Dezember 2015. Weitere Einzelheiten und Kontaktinformationen sind den Erläterungen zur EAAP Zuchtverband-Umfrage 2015 ENGLISCH / DEUTSCH zu entnehmen.

Neues FFP-Spezialheft: "Funktionelle Genomforschung für Gesundheits- und Leistungsmerkmale beim Pferd"

Motiviert durch die positive Resonanz auf die FFP-Jahrestagung zum Thema ist es gelungen, in weniger als einem halben Jahr die vortragsbegleitenden Manuskripte aufzuarbeiten und zu einem überaus informativen Tagungsband zusammenzustellen. Großer Dank gebührt den Referenten, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen nicht nur in die Tagung eingebracht, sondern nun auch zum Nachlesen bereitgestellt haben!
Das als Paperback erschienene, 160-seitige neue FFP-Spezialheft gibt einen Einblick in die hochaktuelle Thematik genomisch unterstützter Zuchtverfahren.
Einzelheiten finden Sie auf der Homepage des FFP; dort besteht auch die Möglichkeit zur Online-Bestellung

Funktionelle Genomforschung für Gesundheits- und Leistungsmerkmale beim Pferd - Fortbildungsveranstaltung am 17.-19.04.2015 in Vechta

Der Verein zur Förderung der Forschung im Pferdesport e.V. (FFP) engagiert sich für den Austausch und die Vermehrung des Wissens rund um das Sportpferd. Fortbildungsveranstaltungen widmen sich aktuellen Schwerpunktthemen und geben reichlich Raum für einen intensiven Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis.
Vom 17. - 19. April 2015 standen in Vechta bei der 32. FFP-Jahrestagung neue, genomisch unterstützte Verfahren in der Zucht und die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen im Mittelpunkt.

Der Einladung zu der Veranstaltung, die der FFP in Zusammenarbeit mit dem Verband der Züchter des Oldenburger Pferdes e.V. organisiert hatte, war eine verhältnismäßig kleine, dafür aber umso engagiertere Gruppe von Pferdeinteressierten gefolgt. Ihnen bot sich umfassend Gelegenheit, sich über die aktuellen Entwicklungen in der Pferdezucht zu informieren und dazu mit den erfahrenen Referenten und jungen Wissenschaftlern auszutauschen.
Angeregte Diskussionen an allen drei Veranstaltungstagen sorgten dafür, dass Teilnehmer und Referenten gleichermaßen viele Anregungen erhielten, wie das hochinteressante Thema der Praxis näher gebracht werden kann. Man war sich einig, dass genomische Profile von Pferden und sich damit bietende Ansätze für nachhaltige Verbesserungen z.B. im Bereich der Pferdegesundheit ein enormes Potenzial nicht nur für den Züchter, sondern für jeden Pferdehalter bedeuten können. Anfängliche Skepsis gegenüber den neuen Methoden wich sehr schnell der Begeisterung, so dass durch die FFP-Jahrestagung wohl einige Botschaftler für die Nutzung genomischer Verfahren in der Pferdezucht gewonnen wurden.

Logo FFP e.V.
Einzelheiten zur Tagung finden Sie im Tagungsflyer; Tagungsbeiträge stehen unter Publikationen zum Download bereit.
Weitere Informationen zum FFP erhalten Sie online unter www.ffp-ev.de.

Gemeinschaftsprojekt zur züchterischen Verbesserung der Pferdegesundheit

Unabhängig von der Art der Haltung und Nutzung von Pferden spielen gesundheitliche Aspekte eine bedeutende Rolle, der in der Zucht bislang nicht entsprechend Rechnung getragen werden kann. Gesundheitsdaten zum Pferd werden derzeit heterogen erfasst und stehen nicht für die routinemäßige Nutzung und Auswertung zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund haben die deutschen Pferdezuchtverbände und Vertreter der Tierärzteschaft ein Gemeinschaftsprojekt zur Pferdegesundheit initialisiert, an dem auch Vertreter der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, des Rechenzentrums vit und der Wissenschaft mitwirken.

Durch den Aufbau einer Pferde-Gesundheitsdatenbank sollen im Rahmen dieses Projektes die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, die Pferdegesundheit langfristig und nachhaltig durch züchterische Maßnahmen zu verbessern.
Als Grundlage für die standardisierte Datenerfassung ist ein Pferde-Gesundheitsschlüssel erforderlich, der die einheitliche Dokumentation über bedarfsgerechte Erfassungsmasken erlaubt. Die Bearbeitung im Rahmen einer veterinärmedizinischen Doktorarbeit gewährleistet hierbei die fachlich angemessene Konzeption. Pferde-Gesundheitsdaten könnten dann, unabhängig von ihrer dezentralen Erfassung über verschiedene Systeme, über definierte Schnittstellen in eine zentrale Pferde-Gesundheitsdatenbank eingespeist werden. Eine Vernetzung mit bestehenden Datenbanksystemen verspricht dabei Vorteile für die künftige Verarbeitung und Nutzung der Informationen.

Die Sensibilität gesundheitsbezogener Angaben erfordert umsichtige Regelungen der Zugriffs- und Nutzungsrechte für alle Beteiligten. In der Züchterschaft besteht unbestritten das Interesse, Gesundheitsmerkmale stärker als bisher in Selektionsentscheidungen einbeziehen zu können. Unter sorgfältiger Beachtung der datenschutzrechtlichen Aspekte sollen Wege gefunden werden, die sicherstellen, dass die Gesundheitsdaten der Warmblutzucht in Zukunft für zukunftsfähige Zuchtprogramme zur Verfügung stehen.

Veröffentlichung zur Gesundheitsdatenerfassung beim Pferd

Im Rahmen einer veterinärmedizinischen Dissertation wurde ein umfassender Erfassungsstandard für Diagnosen und Befunde beim Pferd entwickelt. Damit wird es in Zukunft möglich sein, vergleichbare Daten für Auswertungen zur Pferdegesundheit zu sammeln.
Das Manuskript ist bei einer internationalen wissenschaftlichen Fachzeitschrift zur Veröffentlichung eingereicht. Ziel ist es, den darin beschriebenen Erfassungsstandard, der in deutscher und englischer Sprache vorliegt, frei online verfügbar zu machen. Sie finden ihn dann unter Merkmalsgruppen - Gesundheit.

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